Streit endlich beilegen
Nettelbeck03

Auf der nächsten Sitzung des Bildungs- und Kulturausschusses am 13.10.20 wird eine Drucksache zur Beilegung des Streits behandelt, welche von CDU, Freie Wähler/Piraten und FDP-Fraktion eingebracht wurde. "Wir haben von Anfang an für eine einvernehmliche Lösung geworben, welche auch den Interessen der Bürger vor Ort entspricht", betont Michael Hose, Vorsitzender der CDU-Fraktion.

Die Beschlussvorlage sieht vor, eine Informationstafel am Nettelbeckufer anzubringen, welche Nettelbecks Lebenslauf darstellt und kritisch einordnet. Gert Schramm soll mit der Neubenennung einer Straße gewürdigt werden. Darüber hinaus soll versucht werden, auch Projekte im Umfeld des Nettelbeckufers zum Leben und Wirken von Herrn Schramm umzusetzen.

Wir haben von Anfang an für eine einvernehmliche Lösung geworben, welche auch den Interessen der Bürger vor Ort entspricht

"Wir können die Geschichte nicht ungeschehen machen und sollten sie nicht unter den Teppich kehren. Mit dem schweren Erbe des Joachim Nettelbeck müssen wir verantwortungsbewusst umgehen. Einer Würdigung von Gert Schramm standen wir ebenso nie im Weg, was unser Antrag deutlich zeigt", so Hose weiter.

Dem pflichtet Peter Stampf, Vorsitzender der Fraktion Freie Wähler/PIRATEN, bei: "Die Argumente sind ausgetauscht und im Gegensatz zu den 3 Einreichern des Änderungsantrags haben wir beide Seiten gehört." Befürworter und Kritiker einer Namensänderung waren jeweils zu Fraktionssitzungen eingeladen. "Das verstehen wir unter Beteiligung auf Augenhöhe. Andere Formen wie die Informationsveranstaltungen der Änderungsbefürworter endeten hingegen regelmäßig mit Beschimpfungen und Unterstellungen den Kritikern gegenüber."

Der Fraktionsvorsitzende der FDP, Thomas Kemmerich stellt klar: "Gute Politik kann nur mit den Bürgern und nicht gegen Sie gemacht werden. Die endgültige Entscheidung wird nun der Ausschuss treffen."

Die von der möglichen Namensänderung betroffenen Anwohner haben sich mehrheitlich gegen eine Umbenennung ausgesprochen. "Die Anwohner haben in den vergangenen Monaten in Eigeninitiative eine Bewohnerbefragung organisiert. Von den 201 zufällig befragten Haushalten haben sich 185 gegen eine Umbenennung ausgesprochen.", erklären Dr. Gerhard Rompf, Angelika Dreier und Dorothea Mülders, die die Befragung mitorganisiert haben.