Ballsporthalle: Versprochen, gebrochen!
Volleyball

Verärgert zeigte sich CDU-Fraktionsvize Thomas Pfistner hinsichtlich der Planungen für eine Ballsporthalle in Erfurt, die im März mit einem interfraktionellen Haushaltsantrag beschlossen wurden. Der Oberbürgermeister und sogar der Thüringer Ministerpräsident sendeten noch vor der Kommunalwahl positive Signale für die Ballsporthalle aus. Wegen einer Haushaltssperre sollen nun nicht einmal die Planungen beginnen. Pfistner fordert den Oberbürgermeister deshalb zum Handeln auf sowie ein Gespräch mit allen Beteiligten nach der Sommerpause zu führen.

"Es geht noch nicht einmal um den Bau der Halle als solches, sondern um grundlegende Planungen. Niemand fordert, dass die Halle in zwei Jahren stehen muss. Die Umsetzung kostet natürlich Geld, aber deshalb sind frühzeitige Planungen umso wichtiger. Die Stadt allein kann dies nicht leisten, sondern ist auf Fördermittel vom Land oder Bund angewiesen. Die Planungen müssen in der Schublade parat liegen, damit dann mit dem Bau begonnen werden kann, sobald Fördermittel zur Verfügung stehen", unterstreicht Pfistner.

Besonders kritisch sieht Pfistner in dem Zusammenhang den Umgang mit Stadtratsbeschlüssen. Es werden zum wiederholten Mal Beschlüsse nicht umgesetzt. Auch die Absprachen im Vorfeld mit den Sportvereinen, wie z.B. dem Schwarz-Weiß Erfurt Volleyteam, den Basketball-Löwen oder den Thuringia Bulls, erscheinen damit nichtig. "Dieser Umgang mit den Vereinen und dem Stadtrat ist nicht hinnehmbar", betont Pfistner und fordert den Oberbürgermeister auf, Stadtverwaltung, Freistaat und die Vereine zu Gesprächen an einen Tisch zu holen.

Für die Argumentation des Erfurter Finanzdezernenten zeigt Pfistner ebenfalls wenig Verständnis: "Wir wollen keinen Prunkpalast, sondern eine schlichte bundesliga- und vereinsporttaugliche Halle mit etwa 3000 bis 5000 Plätzen, vergleichbar mit der Sparkassen-Arena in Jena." Linnert sehe die Sache zu abstrakt. Offensichtlich hat er sich bis heute nicht ausreichend mit der dazu vorliegenden Studie beschäftigt.

"Herr Linnert tut so, als wäre gar kein Geld da. Bereits jetzt ist absehbar, dass eine Vielzahl der Investitionsmaßnahmen bis zum Ende des Jahres nicht umgesetzt werden können, d.h. es ist durchaus Geld vorhanden. Daher können die Planungen für die neue Ballsporthalle in die Wege geleitet werden. Fakt ist, hier werden Wahlversprechen gebrochen. Man muss sich nicht wundern, dass die Politik nicht mehr ernst genommen wird", schließt Pfistner ab.